Allstedter Appell 2004 | Drucken |
Anlässlich des Sternmarsches am 26. Juni 2004 haben die Organisatoren und Teilnehmer der Veranstaltung den "Appell von Allstedt" veröffentlicht, um die breite Ablehung der Errichtung der Schweinemastanlage zu manifestieren. Der Wortlaut des Appells wird hier veröffentlicht.

Appell zur Verhinderung des Baus der Schweinemast- und Schweinezuchtanlage auf dem Allstedter Flugplatz umgeben vom Naturpark Saale-Unstrut-Triasland

Unsere Landesregierung mit einem profilierten Mediziner an der Spitze muss sich entscheiden: zu Lasten oder zu Gunsten des Umweltschutzes. Wenn unsere Kinder einmalige, unersetzbare Natur nicht nur von Erzählungen, sondern hautnah erleben sollen, dann müssen wir jetzt handeln.
Naturreichtum mit einem vielfältigen Arten- und Biotopinventar ist Lebensqualität, sie darf nicht aus Profitgründen aufs Spiel gesetzt werden. Letzte Naturparadiese zu retten, bedeutet auch Schutz unserer Lebensgrundlagen.

Wir, die Teilnehmer des Sternmarsches, wir, die Sprecher der überwiegenden Mehrheit der Anliegergemeinden aus Allstedt, Winkel, Gatterstädt, Lodersleben, Querfurt, Leimbach, Landgrafroda, Ziegelroda, Wolferstedt, Mit-telhausen, Einsdorf, Osterhausen, Rothenschirmbach, Farnstädt, Heygendorf, Mönchpfiffel/Nikolausrieth, Klei-neichstädt, Grockstädt, Weißenschirmbach, Vitzenburg, Scönewerda und Bottendorf, die Teilnehmer aus den Regionen Sangerhausen, Eisleben, Merseburg, Mücheln, Rossleben, Nebra, Wiehe, Artern und Bad Frankenhau-sen, die Vertreter der Natur-, Umwelt- und Tierschutzverbände, zahlreicher Vereine und Organisationen, wir appellieren gemeinsam an alle,
  • an die Antragsteller, die Gebrüder Nooren,   
    geben Sie Ihr Vorhaben eine Schweinemassentierhaltung im Naturpark bei Allstedt zu errichten, auf. Achten Sie die Gefühle, Ängste und Sorgen der Menschen dieser Region.
  • an die Träger der öffentlichen Belange,
    sich der Tragweite der Entscheidung, bewusst zu sein. Sie haben es in der Hand, Schaden von dieser Region abzuwenden;
  • an alle Politiker, an alle Parlamentarier,
    den Willen des Volkes zu achten. Sie können darauf Einfluss nehmen, dass das Gemeinwohl im Mittel-punkt aller Entscheidungen steht, dass nachhaltige und innovative Vorhaben gefördert werden. Sie sind Eigentümer der Liegenschaft. Sie bestimmen was hier errichtet wird. Nehmen Sie ihre Verantwortung wahr;
  • an alle Landwirte und Landeigentümer,
    ihre Betriebe und das anvertraute Land im Einklang mit der Natur und dem Umfeld zu führen. Lasst nicht zu, dass die Risiken für Boden- und Grundwasserschäden vom Anlagenbetreiber auf euch abge-wälzt werden;
  • an alle Bürger der betroffenen Gebiete,
    verhaltet euch solidarisch. Heute trifft es diese Region, morgen kann es schon eine andere sein. Sorgt gemeinsam dafür, dass unsere Heimat nicht wegen der Profitgier einiger Weniger zerstört wird;
  • an unsere Regierung, an das Landesverwaltungsamt,
    die Beziehung zur Natur und ihren Menschen nicht zu verlieren. Unsere Gegend hat mehr verdient als einen gigantischen Schweinestall!
Wir, die Vertreter der Bürgerinitiativen, versprechen an dieser Stelle, in unserem Bemühen um Gerechtigkeit nicht nach zulassen. Wir werden jene Politiker aufsuchen, die maßgebend an den Entscheidungen beteiligt sind. Wir werden ihnen nachweisen, wie leichtfertig und gefährdend diese Politik für die Natur und die Gesellschaft ist. Niemand hat das Recht, uns Schmerzen zuzufügen, unsere Heimat zu verunstalten, uns, unseren Kindern und unseren Enkelkindern Perspektiven zu verbauen.

Man kann die Moral einer Gesellschaft daran erkennen, wie sie ihre Umwelt behandelt.
(frei nach Mahatma Gandhi)

Die Männer, Frauen und Kinder des Sternmarsches.
Flugplatz Allstedt, 26. Juni 2004
mitten im Ziegelrodaer Forst
 
Nächster Sitzungstermin

19. April 2012
19.00 Uhr
Gaststätte Quernetal
Lodersleben

 
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