PRESSE-ERKLÄRUNG
Verkauf im Schatten der Bundestagswahl

Der Mitteldeutschen Zeitung, Ausgabe Sangerhausen und Mansfelder Land, mussten wir am 06.09.2005 entnehmen, dass nunmehr die Landesregierung Sachsen-Anhalts entschlossen ist, die Liegenschaft des Allstedter Flugplatzes zum Bau einer Schweinefabrik noch im September zu verkaufen. Sie will, so geht es aus einem Schreiben des Finanzministeriums hervor, - das uns vorliegt - schnellstens die Liegenschaft veräußern.

Nachforschungen unsererseits ergaben, dass voraussichtlich am 19.September 2005, also direkt nach der Wahl, die Verträge unterzeichnet werden sollen. Als Kaufsumme sind 850.000 Euro als Festpreis im Gespräch. Das heißt der Verkauf kommt ohne Bedingungen zustande. Keine Auflagen bezüglich der Erhaltung der FFH-Gebiete und auch von der bisher im Gespräch gewesenen Arbeitsplatzgarantie von mindestens 100 neue Jobs ist keine Rede mehr. „Der Investor“, so Pfr. Hoffmann, „hat nun die Möglichkeit im Rahmen der bestehenden Gesetze das Bestmögliche für sich zu erreichen. Er bekommt von der Landesregierung das Gelände quasi auf dem Tablett serviert.“

„Wir sind empört, wie die Landesregierung mit Volkes Willen umgeht“, macht Bernhard Schneider von der Bürgerinitiative seinen Zorn freien Lauf. Und Volkes Wille, das sind mehr als 30.000 Einwohner in den Anliegergemeinden Sachsen-Anhalts und Thüringens, das sind Kommunalpolitiker der Städte und Gemeinden, das sind die Vertreter des Mittelstandes unserer Region, die Vertreter der evangelischen Kirchenspiele der Region Allstedt und Querfurt, der Kreissynode Eisleben/Sangerhausen, das sind die Umwelt-, Natur- und Tierschutzverbände der Länder Sachsen-Anhalts und Thüringens, alle Schichten des Volkes die sich gegen den Bau dieser Anlage wehren. Auf all diese Gruppen und deren Einwände wird keine Rücksicht genommen. „Die Landesregierung versucht, sich des ihr leidigen Flugplatzes heimlich im Schatten der Bundestagswahlen schnell zu entledigen. Hauptsache weg. Was danach kommt, ist uns egal“, so scheint laut Pfr. Hoffmann das momentane Befinden der Landesregierung zu sein.

Der Bürgerinitiative hingegen ist es nicht egal, was mit dem Gelände geschieht. Sie ruft alle Bürgerinnen und Bürger auf: lasst nicht zu, dass unser Land ruiniert wird, lasst nicht zu, dass landwirtschaftliche Strukturen durch Agrarfabriken vernichtet werden, lasst nicht zu, dass die Wälder des Ziegelrodaer Forst durch weitere Ammoniakquellen Schaden erleiden, dass unsere Grundwasserressourcen weiter geschädigt werden, dass unsere Region zum Versuchsfeld gigantischer Tieranlagen wird und wir zu Versuchskaninchen werden, sorgt mit dafür, dass die einmaligen Standortvorteile unserer Region nicht verspielt werden, dass unser Mittelstand eine echte Chance zur Entwicklung erhält.

Kämpfen Sie dafür, dass aus diesem Gelände etwas wird, das für die Region Fortschritt bedeutet. Denken Sie an Ihre Kinder und Enkelkinder. Schreiben Sie an die Landesregierungen Sachsen-Anhalts und Thüringens, bringen Sie Ihren Protest zum Ausdruck. Wenden Sie sich mit Leserbriefen an die Presse.

i.A.
Bernhard Schneider    Hans-Dieter Grützner    Rainer Hoffmann    Gabriela Rabener    
Lodersleben               Allstedt                        Wolferstedt            Querfurt

 
Nächster Sitzungstermin

19. April 2012
19.00 Uhr
Gaststätte Quernetal
Lodersleben

 
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