Presseerklärung zum Waldfest 2005 | Drucken |
Anlässlich des Waldfestes auf dem Allstedter Flugplatz am 12. Juni 2005 erging folgende Presseerklärung.

Die Bürgerbewegung „Contra Schweinefabrik im Ziegelrodaer Forst“ möchte Sie zum gegenwärtigen Stand der Auseinandersetzung mit den Regierenden unseres Landes informieren.

Wie Sie wissen, wurde im August 2003 dem Investor, der auf diesem Gelände eine Schweinefabrik mit 100.000 Tierplätzen errichten will, der Zuschlag zum Kauf erteilt. Einerseits wissen wir, dass seit August 2003 bis März 2005 (20 Monate) zwischen den Landesbehörden und dem Investor über den Kaufvertrag verhandelt wurde. Der ausgehandelte Kaufvertrag liegt nunmehr angeblich auf dem Tisch. Andererseits gibt es seit August 2003 in zunehmenden Maße Widerstand aus der Bevölkerung. Es entstand eine Bürgerbewegung, die sämtliche Anliegergemeinden um den Allstedter Flugplatz erfasst. Das sind Städte und Gemeinden aus den Kreisen Sangerhausen und Merseburg-Querfurt aus Sachsen-Anhalt und dem Kyffhäuserkreis aus Thüringen. Die realen Gefahren haben uns zusammengeschweißt.

Eine ebenso breite Unterstützung erfahren wir von den Umwelt-, Natur- und Tierschutzverbänden unserer Länder. Geht man davon aus, dass 80-90 % der Bürger in den Anliegergemeinden den Bau dieser Schweinefabrik ablehnen, dann handelt unsere Bewegung im Auftrag von mindestens 30.000 Einwohnern. Doch unsere Ablehnungsfront ist noch größer, das beweisen all die Teilnehmer unserer Veranstaltung, die nicht nur aus Nah, sondern auch aus Fern gekommen sind. Für diese Solidarität bedanken wir uns sehr herzlich. Unsere Bewegung trat auf Informationsveranstaltungen in verschiedenen Orten auf. In Allstedt entschieden sich die Stadträte für die Beibehaltung des Flächennutzungsplanes und sprachen sich eindeutig gegen den Bau dieser Anlage aus. Mit großer Mehrheit unterstützt uns der Kreistag von Merseburg-Querfurt. Die Bürgerbewegung wandte sich mehrfach an die Regierenden unseres Landes und führte ihnen sehr detailliert die aktuelle Situation vor Augen. Mit jeder zusätzlichen Belastung aus der geplanten Schweinefabrik sind Gefahren, Belästigungen und Nachteile in Größenordnung zu erwarten.

Wir baten die Verantwortlichen darüber nachzudenken. Am Beispiel des Waldschadensbericht 2004, wo ausgesagt wird, dass im Zeitraum von 1984-2004 (also nur 20 Jahren) der Zustand der deutlich geschädigten Eichen und Buchen von 10 % auf 50 % zugenommen hat. Wenn man dabei bedenkt, dass die Sickstoffeinträge aus der Luft, die zu einem großen Anteil aus den Massentierhaltungen kommen, ein wesentliche Ursache für das Waldsterben ist, dann muss man wirklich NACHDENKEN. Unserem Bemühen ist es zu verdanken, dass maßgebliche Politiker unseres Landes zu uns kamen, unsere Sorgen anhörten und in Augenschein nahmen, worüber verhandelt wird.

Inzwischen teilen Minister unsere Auffassung, dass die geplante Schweinefabrik von ihrer Größe und ihrem Standort nicht unproblematisch ist, d.h. man teilt unsere Befürchtungen. Auf Grund all dieser Aktivitäten haben wir erreicht, dass der Verkauf der Liegenschaft eine politische höchst brisante Angelegenheit geworden ist und die Entscheidung des Verkaufs nunmehr im Kabinett des Ministerpräsidenten entschieden werden soll. Nach Mitteilungen, die der Bürgerbewegung vorliegen, ist entgegen allen Gerüchten der Verkauf noch nicht vollzogen. Scheinbar haben die Schreiben der Bürgerbewegung und der Gewerbevereine von Allstedt und Querfurt - letzterer wurde von 140 Mittelständlern unserer Region unterstützt - an den Ministerpräsidenten, alle Minister, alle Fraktionen und den Landtagspräsidenten Wirkung gezeigt. Darin wurde gefordert, dieses für unsere weitere Entwicklung wertvolle Land nicht für eine Schweinefabrik freizugeben. Aus diesem Grunde möchten wir von hier und heute den nachfolgenden Appell in unsere Länder senden. Wir hoffen, dass uns dabei die hier erschienenen Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen behilflich sein werden.

Bernhard Schneider
i.A. der Bürgerbewegung
 
Nächster Sitzungstermin

19. April 2012
19.00 Uhr
Gaststätte Quernetal
Lodersleben

 
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