Bürgerbewegung ist sich sicher: Allstedter Schweinemast kommt nicht
„Dies ist ein Guter Tag für unsere Region“, so der Wolferstedter Pfr. Rainer Hoffmann als sich die Nachricht, dass das Raumordnungsverfahren zur Errichtung einer industriellen Schweineproduktion im Ziegelrodaer Forst gescheitert ist, herumsprach. Aus dem Landesverwaltungsamt Halle war zu erfahren, dass der Vorhabensträger "Gebrüder Nooren GbR Holdenstedt" seinen unzureichenden mit Fehlern behafteten Antrag zur Errichtung einer Schweinemast und -zuchtanlage am 04.06.2007 zurückgezogen hat.
Nooren erwägt gegebenenfalls einen neuen Anlauf zu wagen, aber, so Hoffmann: „ich glaube nicht, dass der Investor sich noch einmal in das Verfahren begeben wird. Unsere Argumente haben überzeugt – der Investor möchte sein Gesicht wahren und sich noch eine Option offen halten. Das ist legitim, aber es ist mehr als wahrscheinlich, dass er sein Vorhaben bald offiziell zu den Akten legt, denn die Kosten für ein zweites für ihn mehr als risikobehaftetes Verfahren wird er nicht aufbringen wollen.“ Auch Bernhard Schneider, der Sprecher der Bürgerbewegung glaubt nicht an einen zweiten Anlauf: „Die Gefahren für die Umwelt, insbesondere für die Trinkwasserschutzgebiete des Ziegelrodaer Forstes bzw. des Umlandes und für die unter Naturschutz stehenden Wälder, Pflanzen und Tiere, hier insbesondere die unmittelbar an das Baugelände angrenzenden und unter europäischen Recht stehenden Flora- und Fauna-Habitate sind, so Bernhard Schneider, Hürden, die bei grundlegender Betrachtung offenkundig nicht genommen werden können.“ Diese Fakten dürften schon im abgelaufenenen Raumordnungsverfahren so gravierend gewesen sein, dass deren Auswirkungen nicht mit den raumordnerischen Zielen (Forstwirtschaft, Erholung, Wassergewinnung, Tourismus) zu vertreten waren und den Investor nach Rücksprache mit dem Verwaltungsamt zu dem Rückzug bewogen haben.
„Wir, so Schneider, sind erst einmal glücklich. Für uns ist dies ein schöner Tag, ein Grund allen, die an uns geglaubt haben, ein Dankeschön zu sagen.“ Sollte sich die Lage ändern und der Investor doch wider Erwarten den Schritt tun und das Verfahren neu aufnehmen wollen, dann wird die Bürgerbewegung weiterhin mit all ihrer Kraft gestärkt durch die Erfahrungen und Ergebnisse aus dem Raumordnungsverfahren fachlich und sachlich erneut den Kampf aufnehmen. Aber dazu wird es hoffentlich nicht kommen, denn die Region braucht jetzt schnelle Entscheidungen zum Wohle aller. „Ich glaube, so Schneider, die Verantwortlichen haben es nun in der Hand, naturverträgliche Lösungen für den Ziegelrodaer Forst zu finden. Wir werden, wenn es erwünscht wird gern mit dazu beitragen.“
ViSdP: Pfr.Rainer Hoffmann