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| Biopark auf dem Allstedter Flugplatz, was soll das? | | Drucken | |
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Ein Biopark soll errichtet werden. Klingt gut! Ein „Park“ ist eine weiträumige Gartenanlage mit Rasenflächen und Gehölzen. Klingt wirklich gut. Und dann noch ein Biopark. „Bio“, ebenfalls eine positiv besetzte Vorsilbe.
Warum dieser Etikettenschwindel? Wen möchte man damit geistig einnebeln? Glaubt man wirklich, man hat es noch mit den gutgläubigen Ossis von 1990 zu tun (Stichwort: Kläranlagen). So nicht meine Herren! Worum geht es? Auf dem Allstedter Flugplatz soll von einer holländischen Firma und deutschen Helfern eine Schweinemastanlage mit nahezu 100.000 Schweinen errichtet werden. Da offensichtlich in Holland schärfere Umweltbestimmungen die Errichtung derartiger Anlagen erschweren, weicht man nach Sachsen-Anhalt aus. Mit welcher Begründung? Angeblich produzieren das Land Sachsen-Anhalt bzw. der Kreis Sangerhausen zu wenig Schweine. Wir fragen uns, gibt es wirklich zu wenig Schweinefleisch in den Geschäften? Uns ist dies bisher nicht aufgefallen. Im Gegenteil, Ernährungswissenschaftler haben erst kürzlich wieder festgestellt, dass im Osten Deutschlands nach wie vor zu viel Fleisch verzehrt wird. Welche Strategie steckt hinter diesem Vorhaben? Es kann also nicht darum gehen, den Versorgungsgrad an Schweinefleisch zu verbessern, es geht ausschließlich darum mit Schweinen Geschäfte zu machen. Wenn also kein Mangel an Schweinefleisch besteht, dürfte auch das Argument des Schaffens von neuen Arbeitsplätzen eine Seifenblase sein. Es ist gut vorstellbar, dass dafür an anderer Stelle Arbeitsplätze kaputt gemacht werden. Ganz zu schweigen vom negativen Einfluss auf die Entwicklung des Tourismus und die Naherholungsfunktion, die der Ziegelrodaer Forst für unsere Gegend darstellen. Wenn es wirklich im Kreis Sangerhausen einen echten Bedarf an Schweinefleisch geben sollte, dann bitte, errichtet dieses Projekt auch Mitten im Kreis Sangerhausen, z. B. in der Goldenen Aue oder im Südharz. Ich glaube die Rosenstädter und die Bewohner des Kreises Sangerhausen würden dieses Projekt mehrheitlich ablehnen. Der „Biopark“ Allstedt, der an der äußersten Südostgrenze des Kreises vorgesehen ist, wird seine „Schweinereien“ auf Grund der vorherrschenden Nordwest-/West-winde in den Kreis Merseburg-Querfurt verlagern. Vor allem die Gemeinden Lodersleben, Gatterstädt und Leimbach wären unmittelbar betroffen. Wie wird unsere Umwelt reagieren? Massentierhaltungen in diesem gigantischen Ausmaß haben überall auf der Welt erhebliche Probleme bereitet. Was unter Gigantismus hier zu verstehen ist, soll an einigen Zahlen verdeutlicht werden:
Bereits heute ist bekannt, dass über die Betriebsgrenzen hinweg Ammoniak, Stickoxyde, Methan und Kohlendioxyd die angrenzenden Wälder zerstören werden. Das Argument der Betreiberfirma, man wolle in solchen Fällen dafür andere Gehölze anpflanzen, finden wir toll, nächstens werden wir auch Menschen austauschen. Gülle bzw. deren Restprodukte sollen auf 60 km² Ackerfläche in einem Umkreis von 25 km verbracht werden. Bürger von Allstedt, Wolferstedt, Winkel, Gatterstedt, Lodersleben, Querfurt, Leimbach, Ziegelroda, Landgrafroda, Heygendorf, Mönchpfiffel/Nikolausrieth lasst euch nicht beirren, erkennt die Gefahren. Die wenigen Landschaftsschutzgebiete, die wir in unserer unmittelbaren Heimat haben, sollen unter dem schnöden Mammon leiden. Wo leben wir denn? Ist dieses Land nicht schon genug geschunden worden? Übrigens zur Informationsveranstaltung der Betreibergesellschaft wurden die in der Hauptwindrichtung liegenden Gemeinden Gatterstädt, Lodersleben, Querfurt und Leimbach nicht eingeladen. War es Zufall oder Absicht? Bürger der unmittelbar betroffenen Anliegergemeinden, erkennt die Gefahren, schützt unseren Wald, unsere Luft und unser Wasser, sorgt dafür dass die heimische Tier- und Pflanzenwelt nicht zerstört wird. Lasst euch nichts vormachen, es geht nicht um unser Wohl, es geht einzig und allein um Profitmacherei zu Lasten unserer Heimat. Macht diesem unsinnigen Treiben, diesem Etikettenschwindel ein Ende, reiht euch ein in unseren Protest! |
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