Protest macht Mut | Drucken |
Presseveröffentlichung zum Sternmarsch am 26. Juni 2004
Am 26. Juni 2004 versammelten sich Gegner der geplanten gigantischen Schweinemastanlage auf dem Allstedter Flugplatz um ihren Frust zum Ansinnen Schweine im Ziegelrodaer Fort „industriell produzieren“ zu wollen, abzuladen.

Die Teilnehmer kamen aus allen Himmelsrichtungen, sie waren mit mehr als 500 PKWs, mit Omnibussen, mit Fahrrädern und zu Fuß gekommen. An Autokennzeichen und Unterschriftsbekundungen konnte man erkennen, wie verbreitet die Betroffenheit in Sachsen-Anhalt, Thü-ringen und Brandenburg inzwischen ist.
Bürgermeister und Kommunalpolitiker aller Anliegergemeinden, der Stellvertreter des Land-rats Merseburg-Querfurt, Dr. Steffen Eichner, Vertreter anerkannter Verbände wie BUND, NABU, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Tierschutzverbände und der Kreisjägerschaft sowie der Kirche stellten sich leidenschaftlich hinter die Bürgerinitiativen, die entschieden gegen Umweltschäden, gegen Waldsterben und Grundwasserschäden, jedoch für den Erhalt, den Schutz und die Förderung des Ziegelrodaer Forstes, für den Schutz der Lebensräume von Mensch, Tier und Pflanzen eintreten. Gleichzeitig wehren sie sich gegen den zu erwartenden Imageschaden den eine Schweinefabrik unweigerlich erzeugt und treten für den Erhalt und die Förderung der naturkundlichen und kulturhistorischen Standortvorteile ein.

Selbst der Landesbauernverband nahm mit einer Botschaft eindeutig gegen den vorgesehenen Standort und die Größenordnung des Schweinestalles Stellung.
Gefreut haben wir uns über die Teilnahme des Landesverwaltungsamtes.
Seitens der Politik wäre allerdings mehr Unterstützung wünschenswert gewesen. Außer der SPD-Bundestagsabgeordneten, Frau Silvia Schmidt, hatten die Abgeordneten des Bundestages und des Landtages „wichtigere“ Termine. Volkes Meinung sich anzuhören, war scheinbar nicht wichtig genug. Enttäuscht waren die Sangerhäuser Teilnehmer über die Ignoranz der eigenen Kreisverwaltung.
Die Umrahmung der Kundgebung durch die Gilde der Fremdenführer des historischen Mansfelder Landes machte deutlich, welchen Stellenwert der Tourismus einnehmen könnte. Man muss ihn nur wollen und entsprechend fördern.

Die abschließenden Appelle der 10-jährigen Lisa-Marie aus Lodersleben und des 70-jährigen Gatterstädter Ortsbürgermeisters, Gerhard Stöhr, machten nochmals deutlich, das wir es mit einem generationenübergreifenden Problem zu tun haben.

Die Bürgerinitiativen möchten sich auf diesem Wege beim Grundstückseigentümer, der das Flugplatzgelände zur Veranstaltung frei gab, beim Jugendblasorchester der Musikschule Querfurt und dem Drehorgelspieler, Klaus Fritzsch, für die Umrahmung, den zahlreichen Helfern aus den Vereinen, stellvertretend sollen der Wasserschutz Querfurt, die Feuerwehren, die CP-Funker und der Karnevalverein Querfurt sowie die Unterstützung des Personennahverkehrs, die Polizei und die Ordnungskräfte, die für den ordnungsgemäßen Ablauf sorgten, bedanken.
Unser besonderer Dank gilt den Teilnehmern, die aus Nah und Fern kamen und ein Gefühl der Solidarität erzeugten.

Die Bürgerbewegungen versprechen an dieser Stelle, im Kampf gegen den Irrsinn nicht nachzulassen.

Bernd Brix                                Bernhard Schneider   
Vereinsvorsitzender                i.A. der Initiativgruppen
 
Nächster Sitzungstermin

19. April 2012
19.00 Uhr
Gaststätte Quernetal
Lodersleben

 
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