|
|
| 'Mitten in Amerika' in Querfurt |
|
Prominente Schauspieler unterstützen Bürgerprotest Am vergangenen Samstag kam es auf Einladung der Bürgerbewegung „Contra Schweinefabrik im Ziegelrodaer Forst“ im Querfurter Schützenhaus zu einem Gastspiel des „Theaters am Rand.“ Um die Menschen der Region für das komplexe Thema und die künftigen Auseinandersetzungen im Rahmen der Genehmigungsverfahren nochmals zu sensibilisieren, kamen uns populäre Schauspieler zu Hilfe, so Bernhard Schneider, der Sprecher der Bürgerbewegung. Über 400 Zuschauer, unter ihnen auch die Bundestagsabgeordnete Undine Kurth und der Stellvertretende Landrat von Merseburg-Querfurt Dr. Steffen Eichner, verfolgten gespannt die Aufführung des Schauspiels „Mitten in Amerika“.
Sonderapplaus gab es immer dann, wenn die Auswirkungen gigantischer Schweinefabriken auf Mensch, Tier und Umwelt ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, deutlich angesprochen wurden und zugleich aufgezeigt wurde, wie Menschen hintergangen und betrogen werden. An der Stimmung des Publikums konnte man erkennen, Rühmann, Karusseit, Bogatke und Morgenstern haben mit ihrem Engagement Herzen und Hirne angesprochen und die Bürgerbewegung, die für mindestens 30.000 Bürger unserer Region spricht, angespornt, im Kampf gegen unsinnige, die Natur gefährdende Vorhaben weiter Front zu machen. Im Roman gab es ein gutes Ende, ein Ölmilliardär, der durch glückliche Umstände zu Geld kam, kaufte kurzer Hand alle Schweinemastanlagen auf und überließ die freigewordenen Flächen wieder der Natur und den Menschen. Nach der Vorstellung bemerkte Schneider, auch im Fall der Schweinefabrik Allstedt ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Bernd Brix, der Vorsitzende des „Vereins zur Förderung des Umwelt- und Landschaftsschutzes im Ziegelrodaerund Allstedter Forst“ mahnte, verantwortungsbewusste Politiker und Verwaltungsbehörden können den zunehmenden Problemen des Waldsterbens, der Klimaveränderung, der Gewässer- und Bodenverunreinigung und den entstehenden Risiken für die menschliche Gesundheit, die auch den Auswirkungen industrieller Tierfabriken geschuldet sind, nicht tatenlos zusehen. Rainer Heine, ein aktives Mitglied der Bürgerbewegung fuhr fort: „Da nützen auch solche Sprüche nichts, wie: Deutschland hat die höchsten Umweltstandards“. Wie effektiv die Kontrollen im Zusammenhang mit dem Verbraucherschutz wirklich sind, offenbarte kürzlich Minister Seehofer, der im Zusammenhang mit den Gammelfleischskandalen den Kontrollen ein „mangelhaft“ erteilte.“ Schneider brachte es dann mit der Bemerkung auf den Punkt. Er sagte: „Wenn schon für das höchste Schutzgut, die menschliche Gesundheit, die Kontrollen im Argen liegen, wie wird es dann erst bei den Schutzgütern Boden, Grundwasser, Luft oder den Ökosystemen der Fall sein. In Zeiten, wo die Gelder immer knapper werden, wo an allen Ecken und Enden die Mittel gestrichen werden, muss man folglich, was die Kontrollsysteme betrifft, sehr skeptisch sein.“ „Da sollten alle Alarmglocken aufgehen“, fügten Thomas Rühmann und Ursula Karusseit im Pressegespräch hinzu. Abschließend bedanken sich Bernd Brix und Bernhard Schneider für die gelungene Aufführung bei allen, die zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen haben. Ihr besonderer Dank gilt der hiesigen Presse, der Stadt Querfurt, dem Leiter des Schützenhauses und dem ARD-Team von „Brisant“. (Bildquelle: Helga Paris) |
|
|||
| Besucher: 256502 |