10 Argumente gegen die Schweinefabrik | Drucken |
Die Initiativgruppen der betroffenen Gemeinden Allstedt, Lodersleben und Winkel haben ein Argumentationspapier gegen den Bau der Schweinemastanlage im Ziegelrodaer Forst veröffentlicht. Hier der Wortlaut des Dokumentes.

10 Argumente gegen die gigantische Schweinemastanlage im Ziegelrodaer Forst

  1. Eine Schweinegroßstadt für nahezu 100.000 Schweine auf engstem Raum soll auf dem ehem. Flugplatz Allstedt errichtet und betrieben werden. Massentierhaltungen von diesem gigantischem Ausmaß haben überall auf der Welt zu Problemen geführt.
    Konflikte mit Mensch und Natur sind vorprogrammiert!
  2. Die Anlage soll im Landschaftsschutzgebiet Saale-Unstrut-Triasland, mitten im Ziegelrodaer Forst, errichtet werden. Wertvolle, z.T. einmalige Biotope, Tiere und Pflanzen in unmittelbarer Nachbarschaft wären stark gefährdet.
  3. Aus den Schweineställen werden Ammoniakgase ausgestoßen werden, die unsere Wälder gefährden. Im Umkreis von 2 km werden die Ökosysteme zerstört.
  4. Die Gülle soll im Umkreis von 25 km verbracht werden. Mit ihr gelangen nicht nur organischer Dünger auf die Felder, sondern auch Keime, Antibiotika, Desinfektionsmittel und andere Abfälle aus der Massentierhaltung. Unsere Gegend würde  eine einzige Deponie werden.
  5. Ammoniakemissionen und die großflächige Gülleverbringung stellen Gefahren für das Schutzgut Grundwasser dar. Bereits jetzt sind erhebliche Belastungen durch Nitrate und Keime festzustellen.    
  6. Der Investor verspricht die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Es steht dagegen fest, daß mehr Arbeitsplätze in den kleinen bäuerlichen Betrieben durch die Großanlage vernichtet würden als neue entständen.
  7. Die Schweine werden in Anlagen dieses enormen Ausmaßes auf unwürdige Weise gehalten. Angesichts wachsender Skepsis gegenüber der Massentierhaltung ist die Errichtung einer solchen Indust-riemastanlage ein ethischer Rückschritt.
  8. Während bei kleineren Umweltvergehen durch Privatpersonen das Recht konsequent angewandt wird, entsteht der Eindruck, daß bei Großinvestoren die Gesetze möglichst weit gedehnt werden. Auf solche Weise drohen dem Bürger das Verständnis für die Anliegen des Umweltschutzes und das Vertrauen auf einen unparteiischen Gesetzgeber verloren zu gehen.  
  9. Für den wirtschaftlichen Nutzen einiger Wenige darf das Allge-meinwohl nicht geopfert werden. Die Erhaltung gesunder und wertvoller Lebensräume, die allen dient, muss deswegen Vorrang haben.
  10. Unsere Gegend ist seit mehreren tausend Jahren eine Kulturlandschaft. Die Himmelsscheibe von Nebra, das prähistorische Observatorium bei Goseck, die Straße der Romanik bezeugen dies und wecken weltweites Interesse.    
Unsere Heimat hat mehr verdient als einen gigantischen Schweinestall!
Initiativgruppen Allstedt, Lodersleben, Winkel
 
Nächster Sitzungstermin

19. April 2012
19.00 Uhr
Gaststätte Quernetal
Lodersleben

 
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